Spiele sind Zeitverschwendung? Denkst Du! Wer heute über Lernen und Motivation spricht, kommt an einem Begriff kaum noch vorbei: Serious Games. Ernst und Spiel zugleich? Was erstmal nach einem Widerspruch klingt, nimmt beim Lernen eine immer wichtigere Rolle ein. Aber bevor wir hier auf der Seite tiefer in die Materie eintauchen, klären wir in diesem Beitrag zunächst einmal ein paar wesentliche Begriffe, die immer wieder auftauchen.
Bei Gamification werden typische Spiel-Design-Elemente (z.B. Punkte, Abzeichen, Levels) auf andere Bereiche übertragen wie zum Beispiel auf Lernplattformen oder Fitness-Apps und auch aufs Online-Shopping. Das Ziel ist klar, Motivation steigern, Nutzer*innen binden, oder aus trockenen Aufgaben spannende Herausforderungen machen. Wer bekommt nicht gerne ein paar Punkte für 20 Liegestütze?
Game-Based Learning geht noch einen Schritt weiter: Hier ist das Spiel selbst das Medium des Lernens. Lerninhalte werden so in das Spiel integriert, dass man sich neues Wissen durch das Spielen direkt aneignet. Keine Overhead-Folien, keine Frontalvorträge, sondern Learning by Doing, oder besser gesagt: Learning by Playing.
Während Game-Based Learning das grundlegende Prinzip beschreibt, sind Serious Games diejenigen Spiele, die dieses Prinzip umsetzen. Der Unterschied zwischen Gamification ist der folgende: Gamificationt bedient sich nur einzelner Spielelemente, Serious Games hingegen sind vollständige Spiele. Sie sind jedoch nicht vorrangig zur Unterhaltung der Spieler konzipiert, sondern sie verfolgen ein ernsthaftes Ziel, nämlich die Vermittlung von Lerninhalten. Dabei nutzen sie bekannte Spielprinzipien, um komplexe Inhalte spannend und begreifbar zu machen. Anders gesagt: Man lernt etwas beim daddeln oder so ähnlich. Ein bisschen so, als würde man im echten Leben XP sammeln.
Dabei sind derartige Serious Games weiter verbreitet, als man vielleicht denkt. Typische Einsatzbereiche sind zum Beispiel Universitäten, Weiterbildung, Medizin, Militär, Unternehmen … und wer weiß, vielleicht bald auch deine Business-Idee.
Business Games sind eine spezielle Form von den ernsten Spielen, bei denen wirtschaftliches Denken im Vordergrund steht. Hier wird die Unternehmenswelt thematisiert:
Man gründet ein Unternehmen, trifft Entscheidungen, wirtschaftet mit Budgets und sieht direkt, was passiert.
Ideal wenn das Budget der eigenen Uni nicht ausreicht um tatsächlich Waschmaschinen zu produzieren und in der ganzen Welt zu verkaufen.
Sogar das MIT hat schon ein Business Game entwickelt. Darin wird ein Clean Energy Start up simuliert. Du findest es unter:
MIT - Cleanstart
schafft dein Startup das fünfte Jahr?
Die Welt wird komplexer und wer lernen will, braucht mehr als nur Texte und Tabellen. Serious Games, Game-Based Learning, Business Games und Gamification zeigen, wie man Inhalte nicht nur vermittelt, sondern erlebbar macht. Und manchmal ist ein Spiel vielleicht der beste Lehrer.
Apropos Games, hast Du schon bei unserer 5-Minuten-Umfrage mitgemacht?